Wilkommen

Geschichte

 

Geschichte der Gemeinde Steinkirchen

(verfasst von Hans Fertl)

 

An der Kreisstraße ED 26, acht Kilometer südöstlich von Wartenberg und fünf Kilometer nordwestlich von Taufkirchen, liegt im sogenannten Erdinger Holzland, inmitten seines Gemeindegebietes, Steinkirchen, umgeben von den für diese Gegend so typischen, sanftgeschwungenen Hügelketten.

 

Foto Blick auf Steinkirchen

 

17 Dörfer, drei Weiler und acht Einöden können auf ein beachtliches Alter zurückblicken. Die zahlreichen "ing"-Orte beweisen, daß die Besiedlung siet dem 6. Jahrhundert erfolgte.

Dieses Gebiet ist zu allen Zeiten echtes Bauernland geblieben. Industrie ist in der Gemeinde nicht vorhanden, nur ein Dutzend Handwerks- und Gewerbebetriebe bieten in beschränktem Umfang Arbeitsplätze. Die meisten Abreitnehmer sind deshalb gezwungen, als Pendler außerhalb der Gemeinde ihrer Arbeit nachzugehen.

Stromlieferant ist die Energieversorgung Ostbayern. Die Wasserversorgung wird durch den 1981 gegründeten Wasserzweckverband der Gemeinden Kirchberg und Steinkirchen sichergestellt. Im Rahmen der Volksschulreform gründeten die Gemeinden Kirchberg und Steinkirchen einen gemeinsamen Schulverband. Das Gründungsjahr war 1965. Später verlor dieser Schulverband die Hauptschule, wobei die Kinder aus der Gemeinde Steinkirchen in den Hauptschulverband der Gemeinde Taufkirchen eingegliedert wurden. Auch die zweite große Reform, die Gebietsreform der Gemeinden, ging an Steinkirchen nicht spurlos vorüber. In dem Gebiet zwischen Taufkirchen und Wartenberg entstand im Jahre 1978 die sogenannte "Holzland-Verwaltungsgemeinschaft", bestehend aus den Gemeinden Inning am Holz, Kirchberg, Hohenpolding und Steinkirchen. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Steinkirchen.

Bereits im Jahre 1972 war die ehemals kleinste Gemeinde des Landkreises Erding, Hofstarring, aufgelöst und der Gemeinde Steinkirchen angeschlossen worden. Um die Lebensbedingungen für die Bürger zu verbessern, mußten die Gemeindeväter von Steinkirchen und Hofstarring in der Vergangenheit teilweise tief in den Gemeindesäckel greifen. Hier die Leistungen: Verbreiterung der Gemeindestraße Steinkirchen-Kögning, Verrohrung der Ortsdurchfahrt Hofstarrring und Teilteerung der Gemeindestraße Hofstarring-Steinkirchen, Bau eines Leichenhauses und Erweiterung des Friedhofes in Hofstarring, Neubau eines Lehrerwohnhauses, Umbau des Schulhauses, Neubau eines Schulsaales in Schröding, Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Hofstarring, Ausbau der Gemeindestraße Steinkirchen-Hofstarring, Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Steinkirchen, Ausbau der Gemeindestraßen Steinkirchen-Taufkirchen, ED1-Pfaffing, Hofstarring-Nödlreith, Hofstarring-Reith, Steinkirchen-Sillading, Hainberg-Lindegraß, AmHolz, Niederstraubing-Oberstraubing, Kienraching-Pirka-ED1, ED1-Ebering, Steinkirchen-Hienraching, Grabruck-Öd, Ortsdurchfahrten Kögning und Grabing,, Hofstarring-Giglhub, Baugebiet in Steinkirchen und eine Sammelkanalisation für den Ort Steinkirchen mit Kläranlage. Die Haushaltsentwicklung hat mit diesen Anforderungen Schritt halten müssen: 1949: 28.000 DM, 1962: 89.000 DM, 1982: 1.600.000 DM.

 

 

Geschichtliche Entwicklung

Die Entstehung des Namens Steinkirchen ist einfach zu erklären. In früherer Zeit wurden die Gotteshäuser alle aus Holz

Foto Kirche errichtet. Die erste Steinkirche auf dem beherrschenden Geländesporn im Erdinger Holzland hatte bei den zeitgenössischen Beobachtern, wie wir sehen, dann einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen, daß sie den Ort danach benannten. 1133 verzeichnet eine Moosburger St. Kastulusurkunde sogar einen Rüdiger "de steininen Kirchen", der aus Steinkirchen stammt. Der ursprüngliche Name der Siedlung  ging, wie wir es auch bei Hofkirchen, Kirchberg u.a. feststellen können, verloren. So finden wir denn auch die ersten schriftlichen Hinweise auf Steinkirchen verhältnismäßig spät. So z.B. 1159/61, als die Ministeriale Juditta von Steinkirchen ein Gut zu Grasbrunn dem Hochstift Freising gibt. Als Zeuge tritt dabei Isengrim de Steinenkirchen auf (Bitt. Nr. 1552). Nach 1232 lernen wir in einer anderen Freisinger Aufzeichnung Eberhard und seine Söhne Heinrich, Albert, Ulrich, Konrad und Friedrich de Stainkirchen kennen (Bitt. Nr. 1595 b); dann in der Zeit um 1242/64 begegnet uns Vilbirgis de Steinchirc (Bitt. Nr. 1802 f 29).

 

 

Früher Mittelpunkt

Papst Gregor XI. verleiht am 6. April 1374 dem Domprobst Johannes von Kammerberg Einkünfte aus der Pfarrei Foto der Kirche von KirchbergSteinkirchen. Gleichzeitig wurde die Pfarrei mit der Dompropstei Freising vereinigt. Schon 1315 war Steinkirchen Pfarrei gewesen; mit ihren zahlreichen Filialkirchen (Hohenpolding, Schröding, Amelgering, Niederstraubing, Hofstarring, Kirchberg, und Ebering) war sie sogar eine der größten. Das unterstreicht Steinkirchens frühe Bedeutung in einem weiten Bereich. Interessant ist das Doppelpatrozinium St. Johann Baptist und St. Johann Evangelist. Das heutige Gotteshaus präsentiert sich uns als Backsteinbau des 15. Jahrhunderts, der im 18. Jahrhundert verändert wurde. Am Taufsteinbecken ist die Zahl 1501 zu lesen. Im Innern der Kirchen sind Grabsteine der Schloßherrn von Pirka und Niederstraubing. Der Hochaltar wurde 1690 aufgestellt. Von den älteren Pfarrherren Steinkirchens kennen wir Rektor   + 1380, und Friedrich Eglof ca 1380. Die Einöde Deuting führt ihren Namen auf einen "Tuto" zurück.

 

 

 

Ebering und Pirka

Hoch auf dem Plateau eines Hügels liegt an der Altstraße nach Baustarring unweit der "Hochstraße" das ehrwürdige Eberinger Kirchlein mit dem großen Hof. Man zählte das Jahr 1034, als Bischof Egilbert von dem Unfreien Wolfuold 70 Morgan Grund zu Ebering eintauschte - "Eberinga" (Bitt. Nr. 1439). Am Westhang des Hügles stand lange Jahrhunderte eine kleine Kapelle, des Stephans-Bründel, zu dem das gläubige Volk wallfahrtete, um Hilfe zu erflehen. Darüber aber erhebt sich in der ganzen Schönheit und Klarheit romanischen Formempfindens die Kirche St. Stephanus und St. Laurentius, ein Doppelpatrouzinium, das unwillkürlich an frühes römisches Christentum erinnert. Funde kamen allerdings noch nicht zutage. Das Gotteshaus trägt alle Zeichen einer Erbauungszeit um 1300. Innen hat sich noch eine flache Decke erhalten, doch leistete auch die Gotik mit dem Netzgewölbe im Chor einen westlichen Beitrag. Kostbar ist die Plastik des hl. Laurentius, die wir für die Zeit um 1450 ansetzen möchten. Außen am Chor Friese im Zahnschnitt und in Form von Gleicharmigen Kreuzen.

 

Foto des Herrenhauses in PirkaVon der Kreisstraße Fraunberg-Niederstraubing biegt hinter Edersberg unmittelbar am Waldrand der Weg nach Pirka ab. Auf einer leichten Anhöhe über dem Tal erhebt sich das heute vom Schloßbauern bewohnte Schloß. Nur noch das Herrenhaus hat sich, wenn auch gegenüger der Ansicht von Wening (ca. 1720) verändert, erhalten. Pirka war der Sitz der Lampfritzheimer, einst Bürger zu Wasserburg, die den Edelsitz 1341 von Wiernhart von der Swaint erwarben.

Hans und Lamprecht Lampfritzheimer waren die Käufer. Die Familie war offensichtlich auch im Besitz von Niederstraubing, denn 1490 verzeichnet die Landtafel Herzog Georgs des Reichen einen Paulus Lampfritzheimer zu Pirka sowie Sigmund Lampfritzheimer und Georg Neunhauser zu Straubing. Den 1443 bei der Aufstellung zur Kriegsrüstung verzeichneten Peter Lampfritzheimer dürfen wir als in Pirka ansässig betrachten. Die Söhne der Familie nahmen viele Jahrhunderte lang als herzogliche Pfleger und Richter einflußreiche Positionen ein. So war u.a. Friedrich Lampfritzheimer 1473 Richter in Erding. Das Neuburger Kopialbuch Nr 82/I überliefert uns Asam Lampfritzheimer zu Pirpach. Im Verzeichnis von 1597 ist "Pürkha" wie folgt erwähnt: "ein hülzener Süz vnd Sedl, Rueprechten Lampfrizhaimer zuestendig". Im späten 16. Jahrhundert wurde Hans Lampfritzheimer als Mitglied der Ständeopposition lange Jahre vom Herzog in Haft gehalten. Susanna Lampfritzheimer konnte 1621 von den Armannspergern noch Starzell kaufen. 1667 erfolgte die Erhebung der Familie in den Freiherrnstand. In der Folge aber verarmten die Lampfritzheimer. Sie mußten Pirka und Startzell verkaufen. 1720 gehörte der Sitz noch Sigmund Prosper Lampfritzheimer, Pfleger zu Freising. 1737 wird es als hölzener Sitz und Sedl mit Niedergerichtsbarkeit auf den dazugehörigen Gründen bezeichnet; auch der Wirt von Arndorf gehörte dazu. Das Schloß wurde vor 1700 errichtet. Letzte adelige Besitzer waren die Grafen Pestalozzi, die Pirka in den Jahren 1853/55 abstießen.

 

 

Niederstraubing, Kögning und Hofstarring

Schwierig ist bei Nieder- und Oberstraubing die Einordnung in die frühen Urkunden. Betrachten wir sie daher vorerst einmal für beide Siedlungen, deren Ortsnamen sich nur durch die Lagebestimmung unterscheiden. "Ad Strupingas", bei den Leuten des Strupo, lautet die erste Erwähnung im Jahr 849, als Adalhilt ihren Besitz zu Straubing übergibt (Bitt. Nr. 707). 926/937 tauscht Bischof Wolfram von dem Edlen Uualbert und Snello deren Eigentum zu Itzling und Straubing gegen Besitz zu Vilsheim (Bitt. Nr. 1071).
Das Schloß wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen. In der St. Martinskirche zu Niederstraubing befindet sich noch eine Reihe von Grabsteinen der Edelgeschlechter von Niederstraubing. Beachtenswert sind auch die aus Eisen gegossenen Grabplatten an der Außenseite des Gotteshauses. Die Kirche ist spätgotisch. Von der Innenausstattung sind hervorzuheben: bemalte Holzfigur, Maria mit dem Kinde (1520) und eine Opferstockfigur des hl. Martinus, entstanden etwa 1420.

Nicht minder interessant ist die Filialkirche St. Michael in Kögning. Der Bau mit späteren Veränderungen stammt aus der Zeit um 1500. Im barocken Hochaltar stehen noch die alten gotischen Holzfiguren aus der Zeit etwa um 1480: Maria mit dem Kinde, die hl. Ursula und der hervorragend geschnittene St. Achatius. Kögning ist ein weiterer Beweis dafür, daß viele kleine Kirchen im Landkreis Erding großartige Ausstattungen von kunstgeschichtlicher Bedeutung besitzen. 1078-1098 verzeichneten die Freisinger Urkunden einen Pilegrim de Sliwingen, dessen Sitz wir in Schleibing zu suchen haben. Um 1138 wird auch Riemading in diesen wichtigen Quellen als Rimoltingen verzeichnet.

 

Foto Blick auf Baustarring

 

Bei der der Betrachtung der mittelalterlichen Geschichte von Hofstarring muß darauf Rücksicht genommen werden, daß sich die frühesten Hinweise sowohl auf Hofstarring als auch auf das einige Kilometer nordwestlich, in der Gemeinde Kirchberg gelegene Baustarring (Bauernstarring) beziehen können. H. Dachs schreibt dazu (Ortsnamenkunde des Bezirks Erding 1942): "Die herzoglich vogetaie ze Staeringen (MB 36a, 34), Papo miles de Starringen (CasT. Nr. 137), Timo de Staringen (QuEr. I, 280; Hauth. II, Nr. 157) sind ohne Zweifel auf Hofstarring zu beziehen, das als Sitz eines Minesterialengeschlechtes, der später in Kalling seßhaften Staringer, sich zur Hofmark entwickelte. Dachs stellt weiter fest, daß dagegen der "hof zu staringen" in Baustarring zu suchen ist.
Schon am 29. Januar 818 hören wir davon, daß die Matrone Imma ihr Eigentum "ad Starginun" dem Freisinger Bischof Hitto schenkt (Bitt. Nr.392). Wallner nimmt hier Baustarring an. Unter der Regierungszeit des gleichen Bischofs erscheint bei einer Schenkung des Geistlichen Engilhart ein "Salomom ad Starginun" (Bitt. Nr. 606) und 844, unter Bischof Erchenperth, übergeben der Edle Cundpato und sein Vogt Paldachar Besitz "ad Starkinun" (Bitt. Nr. 664). Der Anstiz der Familie Staringer dürfte auf einer der drei Terassen des Sporns gelegen haben. 1407 verkauften Wilhelm und Dorothea Pucher Erhard dem Staringer ein Legat für einen Jahrtag an das Kloster St. Veit. Am 4. Mai 1407 bekennt Erhard der Stäringer, daß ihn Herzog Heinrich aus dem Gefängnis entlassen hat. Er verspricht, "nicht aus dem Lande zu fahren". Im 15. Jahrhundert übersiedeln die Staringer nach Kalling.
In Staeringen hatten die Wittelsbacher nach dem ältesten Urbar Besitz. In Starring befand sich auch ein Schergenamt. Sturm weist besonders auf die engen verwandtschaftlichen Beziehungen der Staringer zu den Ridingern hin und vermutet hier gleiche Herkunft.
1483 wird Hofstarring Hofmark. Allerdings ist 1597 kein Sitz mehr vorhanden, denn die Beschreibung lautet: "Hofstäring, ein Hofmarch, weillendt Achazien von Seyboltstorf Erben zuegehörig. Hat khain Süz. Ein Tafern, ein Schmidt, ein Pad." 1737 ist es "gemeine durchgehende Hofmark". Weitere Hofmarksherren waren u.a. die Lunghammer (17. Jahrhundert) und die Fraunhofer von 1705 bis 1835. Die Filialkirche ist ein Bau des 18. Jahrhunderts.

In der Nähe von Hofstarring steht ein kleines Wallfahrtskirchlein, das vom Volk "Brünnerl" oder "Bründl" genannt wird. Alljährlich ist die Kapelle das Ziel einer festlichen Prozession. Durch heranreifende Felder schreiten sie mit wehenden Bannern.
Es ist erwiesen, daß die auch als Bau reizvolle Kapelle 1707 durch den Hofstarringer Gastwirt Markhammer errichtet wurde.

 

 

 

 

Hoheitszeichen der Gemeinde

 

Beschreibung des Wappens:Wappen der Gemeinde Steinkirchen

„In Silber ein doppelter, gemauerter Spitzbogen, oben eine rote Krone, unten ein schwebender grüner Dreiberg.“

 

Geschichte:

Das Wappen der Gemeinde Steinkirchen ist seit 1983 neben der Flagge das offizielle Hoheitszeichen von Steinkirchen. Es wurde vom Tutzinger Heraldiker Peter Ziller gestaltet. Die rote Krone entstammt dem Wappen des Hochstiftes Freising und erinnert so an die historischen Beziehungen zwischen der Gemeinde und dem Bistum Freising. Der rote Spitzbogen aus Backstein steht als redendes Symbol für den Ortsnamen und weist auf die alte Pfarrkirche hin, die Johannes dem Täufer geweiht ist. Der Dreiberg steht als Symbol für die geographische Lage der Gemeinde im Erdinger Holzland. Die Regierung von Oberbayern genehmigte mit Beschluss vom 8. Februar 1983 die Führung des Wappens durch die Gemeinde.