Wilkommen

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Steinkirchen

Inhalt:

 

 

 

 

 

 

 

 

Des Feuers Macht

Seit der Blitz das Feuer auf die Erde gebracht,
herrscht auf der Welt des Feuers Macht.
Sein Segen bringt  aber auch Unheil, Verwüstung, Not
und oft für Menschen und Tiere den Tod

Als später das Leben in Dörfern und Städten begann,
sich der Mensch zum Schutz gegen Flammen auf Abhilfe besann.
Tapfere Männer taten sich zusammen
und bekämpften von nun an das Inferno der Flammen.

Freiwillig dienen die meisten,
die auch heute Beistand und Hilfe leisten,
die in brennende Häuser eindringen
und den verzweifelten Opfern die Rettung bringen.

Deshalb ist auf der ganzen Welt
die Feuerwehr unter St. Florians Schutz gestellt,
damit sie hilfreich wirken kann.
Gott beschütze den Feuerwehrmann.

von M. Glatter

 

 

Geschichte der Feuerwehr Steinkirchen

 

I. Gründung der Wehr

Gedenktafel zum Brand am 12/13 Mai 1870

In der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Sulding ist aufgeführt, daß bereits im Jahr 1847 die Gemeinden Sulding und Steinkichen Teilhaber an  2 Feuerlöschhandspritzen wurden, die der damalige Schloßbesitzer von Rauscher aus Niederstraubing beschaffte. Eine Feuerwehr als Institution im heutigen Sinne bzw. als Verein bestand zur Zeit der Überlassung dieses Gerätes noch nicht. Es dürfte eine dieser zur Verfügung gestellten Handspritzen gewesen sein, die erfolgreich zur Bekämpfung der Feuersbrunst am 12./13. Mai 1870 an der Pfarrkirche und den Pfarrgebäuden in Steinkirchen eingesetzt wurde.

 

II. Gründungsmitglieder

Am 18. Juli 1878 gründeten Männer aus Steinkirchen und Umgebung die Feuerwehr Steinkirchen. Dies geht aus der "Statistischen Übersicht für den Bezirksverband Erding des Landesfeuerwehrverbandes vom 12. März 1888" hervor. In der "Feuerlöschordnung für die Stadt und das Bezirksamt Erding von 1829 - 1919" ist kein Protokoll über die Gründung vorhanden. Der erste schriftliche Nachweis der "Freiwilligen Feuerwehr Steinkirchen" ist in einem Buch der Gemeindeverwaltung Steinkirchen, der Grundliste aus dem Jahre 1882 festgehalten. In diesem schon als historisch bezeichnenden Buch ist die damalige Wehr in folgende Sparten aufgeteilt:

            I.  Verwaltungsrat
            II. Steiger
            III. Spritzenmänner
            IV. Retter = Mannschaft

Dem "I. Verwaltungsrat", der dem heutigen Begriff Vorstandschaft gleichzusetzen ist, gehörten in den Jahren 1878- 1889 u. a. folgende Personen mit wechselnder Beteiligung an:

 

Vorstand Greimel Barth. Kramer/Niederstraubing
  Scheffthaler Martin Bote/Niederstraubing
Hauptmann Mirt Math. Bauer/Krottenthal
Adjudant Angermeier Anton Schuhmacher/Niederstraubing
Schriftführer Reitmayr August Lehrer/Steinkirchen
  Weinzierl Josef Lehrer/Steinkirchen
Kassier Stadler Lorenz Bauer/Oberstraubing
Zeugwart Sellmeier Korbinian Schmied/Niederstraubing
  Jell Andreas Bürgermeister/Lindegraß
Kommandant Gschlössl Nikolaus Maurer/Oberstraubing

 

Anschließend sind in dieser Liste die "II. Steiger" aufgeführt. Im gleichen Zeitraum sind 20 Männer vermerkt, die aus den Ortsbereichen Am Holz, Oberstraubing, Niederstraubing, Am See, Pfaffing, Steinkichen kamen. Unter der Rubrik "III. Spritzenmänner" sind in den Jahren 1878 - 1890  45 Wehrmänner verzeichnet, die aus Am See, Deuting, Eldering, Hienraching, Lindegraß, Niederstraubing, Oberstraubing, Pirka, Riemading, Silading, Steinkirchen stammten. Die "IV. Retter=Mannschaft" , wahrscheinlich gleichzusetzen mit den heutigen Bergungstrupps, setzte sich im selben Zeitraum aus 24 Mann zusammen, die in Am See, Deuting, Eldering, Gigglhub, Grabing, Hienraching, Hinterm Holz, Kögning, Krottenthal, Niederstraubing, Oberstraubing, Riemading, Steinkirchen zu Hause waren.

Die namentliche Auflistung der Mitglieder aus den erwähnten Sparten ist aus einer "Grundliste" zu ersehen. Bei einer Zählung am 12. März 1888 hatte die FFW Steinkirchen 50 freiwillige und 103 pflichtige Mitglieder.Zum Gründungszeitpunkt zählte die Gemeinde Steinkirchen 946 Einwohner. Wenn man davon ausgeht, daß von dieser Zahl zwei Drittel Frauen und Kinder waren, so dürfte jeder zweite wehrfähige Mann Mitglied dieser Feuerwehr gewesen sein.

Am 29. Juni 1895 wurde der "Freiwilligen Feuerwehr Niederstraubing" die Eintragung als Mitglied des Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verbandes bestätigt. 1896 erfolgte die Weihe der Feuerwehrstandarte der Freiwilligen Feuerwehr Steinkirchen, die die Aufschrift "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" trägt.

Standarte der FFW Steinkirchen            Standarte der FFW Steinkirchen

 

III. Gründungsinventar

Über den Bestand der Ausrüstungsgegenstände wurde früher ein "Inventar-Buch" geführt, dessen Eintragungen erstmals am 1. April 1934 bestätigt wurden. Es ist davon auszugehen, daß die Wehr zum Gründungszeitpunkt folgendes Gerät besaß:

            1 Saug- und Druckspritze
            1 kleine Spritze ohne Räder
            100 Meter hanfener Schlauch
            1 Anstelleiter mit Unterstützungsstangen
            1 Feuerfahne

Aus dem Jahre 1881 ist 1 Trinkhorn aufgeführt. Ein Zeichen dafür , daß schon damals die Geselligkeit ihren Platz im Verein hatte. Das im Laufe der Zeit weiter angeschaffte Gerät bis zum Jahre 1953 ist in dem bereits erwähnten Inventar-Buch aufgeführt und die Übergabe an die sich ablösende Vorstandschaft bzw. Kommandanten vermerkt und beglaubigt. Schon im Jahre 1943 kam man bei den Gerätschaften der Feuerwehr nicht ohne eine Untersuchung des Technischen Überwachungs-Vereins aus. Vorhandende Berichte sind ein Zeitdokument über die Untersuchung der Tragkraftspritze, Marke Ziegler, Baujahr 1936. Am 04.04.1950 wurde das gleiche Gerät wieder auf seine Tauglichkeit untersucht und auch hier wurde ihm eine "gute" Wartung und Pflege bescheinigt.

 

IV. Vorschriften ab 1946

Die Gründung  einer Wehr wurde schon damals auf Grund eines Gesetzes bzw. einer Vorschrift vollzogen. Eine Unterlage aus der damaligen Zeit konnte nicht beschafft werden. Es ist aber eine Ausfertigung des "Gesetzes über das Feuerlöschwesen" vom 1. Juni 1946 vorhanden, welches das "Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen" vom 23.11.1938 ablöste. Aber auch Mitteilungen des Landesamtes für Feuerschutz wurden an die Bürgermeister und Kommandanten gesandt. Es ist ein Exemplar aus dem Jahre 1946 vorhanden, das sich mit der "Feuerverhütungswoche zum Schutz der Ernte 1946" befasst. Schließlich war noch der Kreisbrandinspektor des Landkreises Erding, der mit Rundschreiben vom 1. November 146 den Kommandanten Anweisungen über Dienstanzüge, Schlauchbestellungen, Treibstoffversorgung, bevorzugte Stellung der Feuerwehrfahrzeuge im Verkehr und Frostschutz für Feuerlöschgeräte gab.

 

Personaldaten der FFW-Steinkirchen

I. Vorstände und Kommandanten

In diesem Abschnitt sind Aufzeichnungen über

    Vorstände
    Kommandanten
    Mitglieder
    Ehrungen
    Leistungsabzeichen

vermerkt. Die genauen Dienstzeiten der Vorstände und Kommandanten vor Ende des 2. Weltkrieges konnten nicht mehr in Erfahrung gebracht werden.

Vorstandschaft:

Jahr Name Ort  
  GERBL Barth. Steinkirchen 1. Vorst.
  HOFMAIER Seb. Riemading 1. Vorst.
  JELL Barth. Hainberg 1. Vorst.
       
  HOFMAIER Josef Riemading 1. Vorst.
  ROTT Josef Pirka Kassier
  HOLZNER Albert Lindegraß Schriftf.
       
1948/1953 SCHARL Martin Grabruck 1. Vorst.
  HUBER Peter Paffing Kassier
  BART Andreas Steinkirchen Schriftf.
1953/1969 HOFMAIER Josef Riemading 1. Vorst.
  JELL Math. Lindegraß Kassier
  BART Johann Kögning Schriftf.
1969/1980 BRANDMAIR Anton Pfaffing 1. Vorst.
  ANGERMEIER Hans jun. Eldering 2. Vorst.
  WEGMANN Hans Oberstraubing 1. Kassier
  STÖGBAUER Hubert Eldering 2. Kassier
    ab 1978 1. Kassier
  FERTL Hans jun. Steinkirchen Schriftf.
1980/1985 GRAF Johann Kögning 1. Vorst.
  ANGERMEIER Hans jun. Eldering 2. Vorst.
  STÖGBAUER Hubert Eldering Kassier
  BRANDMAIR Anton Pfaffing Schriftf.
1985/1997 LALLINGER Otto Steinkirchen 1. Vorst.
  ANGERMEIER Hans jun. Eldering 2. Vorst.
  STÖGBAUER Hubert Eldering Kassier
  BRANDMAIR Anton Pfaffing Schriftf.
1997/2003 ANGERMEIER Hans jun. Eldering 1. Vorst.
  NOBIS Karl-Heinz Steinkirchen 2. Vorst.
  STÖGBAUER Hubert Eldering Kassier
  BRANDMAIR Anton Pfaffing Schriftf.
2003/ ANGERMEIER Hans jun. Eldering 1. Vorst.
  NOBIS Karl-Heinz Steinkirchen 2. Vorst.
  BRANDMAIR Franz Paffing Kassier
  BRANDMAIR Anton Pfaffing Schriftf.


Kommandanten:

Jahr Name Ort
  JELL Johann Lindegraß
  PICHLMAIER Georg Kienraching
  JELL Johann Lindegraß
         - 1945 HOFMAIER Josef Riemading
1945- 1948 LECHNER Georg Eldering
1948 - 1953 LALLINGER Gotthard Steinkirchen
1953 - 1958 BAUER Paul Pirka
1958 - 1967 ERTL Johann Oberstraubing
1967 - 1975 HEILMEIER Alois Kögning
1975 - 1986 HERMANN Sebastian Riemading
1986 - 1990 BACHMEIER Fritz Grabing
1990 - NOBIS Heinz Steinkirchen

Im Juni 1996 wurde die Komandantenwahl durchgeführt, da der 2. Kommandant Korbinian Eibl zurücktrat.

1. Kommandant   Nobis Heinz
2. Kommandant   Brenninger Michael

Bei der Jahreshauptversammlung am 20.03.1997 wurde die Vorstandschaft des Vereins neu gewählt, da der bisherige 1. Vorstand LALLINGER Otto nicht mehr zur Wahl zur Verfügung stand.

1. Vorstand ANGERMEIER

Hans

2. Vorstand NOBIS Heinz
Kassier STÖGBAUER Hubert
Schriftführer BRANDMAIR Anton
Chronist (neu) LALLINGER Otto
Kassenprüfer EIBL Hans
  BAUER Reinhold

Die Vorstandschaft

Die am 20.03.1997 neu gewählte Vorstandschaft (v.l. NobisHeinz, Bgmstr. Fertl, Angermaier
Hans, Brandmair Anton, Lallinger Otto, Stögbauer Hubert)

II. Mitglieder

Über die namentlichen Auflistung und die Anzahl der Mitglieder zum Gründungszeitpunkt wurde bereits am Anfang der Chronik berichtet. Sie ist durch Aufzeichnungen in der "Grund-Liste" belegt. Danach findet sich eine handgeschriebene Liste, die die "Ordnungsmannschaften undReserve" enthält. Sie ist datumsmäßig nicht einzuordnen, dürfte aber vor dem 2. Weltkrieg erstellt worden sein. Im Jahre 1944 wurde eine "Mannschaftsliste" erstellt, die auch die Feuerwehr-Frauenhelferinnen enthielt. Zwei Jahre später forderte der Kreisbrandinspektor des Landkreises Erding die Personalerhebung mit Schreiben vom 6. Nov. 1946 an. Das Beantwortungsschreiben liegt nicht vor.

Bis zum Jahre 1952 sind keine Aufzeichnungen vorhanden. Ab 1953 finden sich wieder Eintragungen in einem Personalbuch, die 1961 auf den damaligen Stand gebracht wurden. Im Jahre 1972 (Stand 15.07.) sind 27 aktive Mitglieder der FFW Steinkirchen in einer Liste vermerkt Die letzte Auflistung über die Erfassung der Wehrmänner erfolgte am 01.04.1988. Die genauen Zahlen über die Mitglieder ab dem Jahre 1989 sind in der jeweiligen jährlichen, chronologischen Aufstellung enthalten.

 

III. Ehrungen

Aufzeichnungen über Ehrungen verdienter Mitglieder sind bis zum Jahre 1984 nicht vorhanden.
Ab 1985 wurden folgende Mitglieder geehrt:

50 Jahre Mitgliedschaft:

Jahr Name Vorname Ort
1986 Brenninger Konrad Kögning
  Eibl Korbinian sen. Grabing
  Nagl Georg Niederstraubing
1989 Pfanzelt Josef Hienraching
  Strobl Sebastian Kienraching
  Fertl Johann sen. Steinkirchen
  Bachmeier Jakob sen. Grabing
  Eibl Johann sen. Grabing
  Attenberger Alois Steinkirchen
1992 Angermeier Peter Eldering
  Postendörfer Otto Eldering
  Barth Andreas Steinkirchen
  Pichlmeier Otto Hienraching
1994 Angermaier Hans sen. Eldering
  Götz Eduard Hienraching
  Strobl Alois Kienraching
1995 Bart Alex Steinkirchen
1997 Ertl Bartholomäus Eldering
  Mannseicher Albert Steinkirchen
  Scharl Anton Eldering
1998 Irl Georg Eldering
  Lechner Georg Eldering

60 Jahre Mitgliedschaft:

1986 Andraschko Adolf Grabing
  Lechner Josef sen. Öd
  Luber Johann Steinkirchen
  Jell Bartholomäus Hainberg
  Jell Matthias sen. Lindegraß
  Maier Martin Eldering
  Zehtner Korbinian Sillading
1987 Lallinger Gotthard Steinkirchen
  Stürzer Alfons Haid
1989 Bart Johann Kögning
  Graf Korbinian Kögning
  Fertl Jakob Grabing
  Deutinger Josef Ebering
1991 Scharl Martin Grabruck
1992 Nagl Georg Niederstraubing
  Schöttl Simon Kienraching
  Heilmaier Thomas Sillading
1993 Eibl Johann Köging
1994 Jell Sylvester Prika
1995 Bachmaier Jakob Grabing
1996 Brenninger Konrad Kögning
  Eibl Korbinian Grabing

70 Jahre Mitgliedschaft:

1998 Maier Martin Eldering
1990 Jell Matthias Lindegraß

 

IV. Leistungsabzeichen / Lehrgänge

Im Mai 1969 wurde unter Leitung des 1. Kommandanten Alois Heilmeier erstmals von 2 Gruppen das Leistungsabzeichen in Bronze abgelegt. Ausbilder waren damals der KBM Rudi Götzberger und Assistent Georg Irl, beide FFW Taufkirchen. 14 Tage später konnten die Geprüften ihr Können beim Großbrand des Pfarrstadels am 10.06.1969 unter Beweis stellen. Ab diesem Zeitpunkt wurden im Zweijahresrythmus die Abzeichen wiederholt bzw. bis zur Endstufe "Gold mit Rot" abgelegt. Einige der Wehrmänner erreichten bereits im Jahre 1985 das Prüfungsendziel.

Am 26.09.1997 legten 2 Gruppen der FFW Steinkirchen das Leistungsabzeichen ab.

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Stufe I Angermeier Anton, Hofmaier Martin, Lallinger Martin
Stufe III 1 Schweiger Helmut, Lachner Alban, Gotter Erich
Stufe III 2 Brandmair Franz, Liebl Georg, Brenninger Michael, Hofmaier Manfred, Huber Georg, Korber Gerhard, Neumaier Michael

Stufe III 3

Reiser Otto
Stufe III 4 Bruckmaier Franz
Stufe III 5 Angermaier Martin